6 goldene Regeln im Social Media Marketing für Ärzte

Die Sozialen Netzwerke gehören unausweichlich zum Online Marketing und zum Reputationsmanagement dazu und sind nicht mehr einfach nur eine Modeerscheinung. Wer seine Patienten mit aktuellen Informationen erreichen möchte, kann die sozialen Netzwerke als Multiplikatoren nutzen.

Felix Steinert ist Social Media Manager und betreut Ärzte auf Facebook, Google+, Twitter und anderen sozialen Netzwerken.

Felix Steinert ist Social Media Manager und betreut Ärzte auf Facebook, Google+, Twitter und anderen sozialen Netzwerken.

Ärzte erreichen auf Facebook, Google+, Twitter und Co. eine Vielzahl an (potenziellen) Patienten. Denn 78 Prozent der deutschen Internetnutzer sind laut einer BITKOM Studie bei einem sozialen Netzwerk angemeldet und 67 Prozent nutzen dieses auch aktiv. Die Pflege der Profile ist zwar zeitaufwändig, dies ist aber kein Grund auf sozialen Netzwerken nicht präsent zu sein. Übergeben Sie die Pflege der Profile an einen Mitarbeiter oder einen Dienstleister, mit dem Sie zuvor absprechen, welche Inhalte geteilt werden sollen. Was es zu beachten gilt und wie der perfekte Umgang mit sozialen Netzwerken aussehen kann, erklärt Social Media Experte Felix Steinert.

Gute Gründe für die Nutzung sozialer Netzwerke

Empfehlungen sind das wichtigste Marketingmittel zur Patientengewinnung. Was früher in erster Linie mündlich weitergegeben wurde, findet heutzutage auch online statt. Empfehlungen und Bewertungen werden online abgegeben und erreichen somit einen goßen Leserkreis. Der durchschnittliche Nutzer sozialer Netzwerke hat im Schnitt 133 Freunde (BITKOM Studie). Teilt ein Nutzer dementsprechend Ihren Post oder empfiehlt Sie weiter, erreicht er durch die sozialen Netzwerke viel mehr Personen. Außerdem ist das Teilen über soziale Netzwerke einfacher, als das mündliche Weitergeben der Information. Es ist daher gut möglich, dass jemand auf Facebook und Co. positiv über eine Erfahrung schreibt oder einen Beitrag liked oder teilt. Bieten Sie also Ihren Patienten die Möglichkeit, Sie positiv zu bewerten.

G+

Screenshot Google+ – Klinik am Wittenbergplatz

Welche sozialen Netzwerke? Alle!

Nutzen Sie zur Informationsverbreitung anfangs mehrere Plattformen, denn sich auf ein Netzwerk zu beschränken bedeutet auch, seinen Nutzerkreis zu limitieren. Welche Plattform für Sie die beste ist, kann pauschal nicht gesagt werden, kann aber über einen mittelfristigen Zeitraum haurausgefiltert werden. Empfehlenswert ist es zumindest die drei größten und am häufigsten genutzten Netzwerke für die Informationsverbreitung und Kontaktpflege heranzuziehen. Die meisten Nutzer verzeichnet Facebook. Das Netzwerk gibt an, dass rund 50 Prozent der Deutschen Internetnutzer aktiv auf Facebook sind, dies bedeutet ungefähr 25.000.000 Nutzer. Auf Platz zwei und drei der meist genutzten sozialen Netzwerke folgen Twitter und Google+. Beide verzeichnen rasant steigende Benutzerzahlen und insbesondere Twitter wird häufig von Journalisten zur Recherche genutzt. Wichtig hierbei ist es, seine eigene Website als Basis aller Aktivitäten zu nutzen und die einzelnen Plattformen flankierend zu benutzen, um auf die eigenen Inhalte hinzuweisen. Ihre eigene Website ist für jeden zugänglich, der einen Internetzugang besitzt. Die einzelnen Netzwerke sind oft “nur”den registrierten Benutzern zugänglich

Rechtliches

Wer soziale Netzwerke privat nutzt, achtet nicht immer auf die Qualität der Posts. Ärzte müssen bei den Inhalten jedoch sorgfältig sein und auf den Datenschutz und die Schweigepflicht achten. Verboten sind Statusupdates in denen Patienteninformationen vorkommen oder das Importieren Ihrer Kontakte, wenn es sich dabei um Patienten handelt. Wichtig ist außerdem eine Facebook-Fanpage bzw. ein offizielles Profil der Praxis zu erstellen, und nicht das private Profil zu nutzen. Da die Pflege der Profile zeitaufwändig sein kann, und Sie sich höchstwahrscheinlich nicht selbst oder zumindest nicht als Einziger um die Pflege kümmern werden, ist es unausweichlich eine E-Mail-Adresse zu verwenden, auf die Außenstehende zugreifen können und die somit keine heiklen Patienten-Emails enthalten kann. Auch in den sozialen Netzwerken ist ein Impressum unumgänglich (weitere Informationen zur Erstellung eines Google+ Profils hier)

Die Möglichkeiten des Web 2.0 ausschöpfen

Das Web 2.0 bietet nicht nur eine Plattform zur Kommunikation neuer Inhalte, es zeichnet sich auch besonders durch die symmetrische Kommunikation aus. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und treten Sie in den Dialog mit Ihren Patienten. Dies bedeutet nicht nur auf Kommentare und Nachrichten zu antworten, sondern sich auch in Gruppen zu beteiligen. Besonders in geschlossenen Gruppen, die sich mit Gesundheitsthemen befassen, finden Sie potenzielle neue Patienten, die Sie durch hilfreiche Informationen für sich gewinnen können. Um dies erfolgreich umzusetzen, bedarf es der kontinuierlichen Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern und Dienstleistern. In Absprache mit Ihnen, können hier Fragen beantwortet und hilfreiche Tipps gegeben werden.

Twitter

Twitter

Welche Informationen?

Bevor Sie beginnen Informationen in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, sollten Sie entscheiden, was Sie preisgeben wollen und welche Art Informationen veröffentlicht werden sollen. Eine klare Definition des eigentlichen Ziels ist unumgänglich, um eine zielführende Strategie zu entwickeln. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich mit den Mitarbeitern und Dienstleistern, die Ihre sozialen Profile betreuen, absprechen und nicht einfach mal zu beginnen. In erster Linie sollten Sie entscheiden, wie transparent Sie sich präsentieren möchten. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und Dienstleistern ab, welche Informationen auf den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden dürfen. Entscheiden Sie dabei, ob Sie Einblicke in die Praxis gewähren möchten, oder ob ausschließlich medizinische Tipps und Informationen geteilt werden sollen. Sollten Sie Fotos von Ihren Mitarbeitern veröffentlichen wollen, brauchen Sie deren Einwilligung, im Idealfall schriftlich. Hierbei ist es hilfreich, eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag zu nutzen. Diese benötigen Sie übrigens auch für die Bilder auf Ihrer Website!

Und vergessen Sie nicht, Kennzahlen festzulegen, an welchen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten im Social Web messen können.

Der Inhalt macht den Post

Soziale Netzwerke sind, wie oben schon erwähnt, Multiplikatoren Ihrer Nachrichten. Es werden aber nur diejenigen Posts und Tweets gelesen, geliked und geteilt, die es auch wert sind. Nutzer sozialer Netzwerke, die eine Seite liken, einer Gruppe beitreten oder jemandem auf Twitter folgen, möchten aktuelle und interessante Informationen erhalten. Um die sozialen Netzwerke voll auszuschöpfen, bedarf es origineller Inhalte, die Ihren Nutzern einen Mehrwert bieten. Hierfür eignen sich Aritkel, die Sie auf anderen Plattformen veröffentlicht haben, Tipps und hilfreiche Informationen rund um Ihre Praxis, aber keine Fernbehandlung, denn diese ist verboten. Das Ziel dieser Social Media Maßnahmen ist der Imageaufbau und die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Überzeugen Sie Ihre (potenziellen) Patienten von Ihrer Expertise und präsentieren Sie Ihre Kernkompetenzen. Behalten Sie dabei immer im Hinterkopf, dass soziale Netzwerke keine Marketing-Plattformen sind um Produkte aggressiv anzupreisen, sondern ein Ort des Informationsaustausches.

Facebook

Screenshot Facebook – Praxisklinik für Zahnmedizin und Implantologie HarderMehl

Teilen, teilen, teilen

Präsenz ist das Schlagwort für soziale Netzwerke. Vereinbaren Sie mit dem Social Media Beauftragten, wie häufig gepostet und getwittert werden soll. Das Minimum liegt hier bei einem Post bzw. Tweet in der Woche. Dafür müssen Sie aber nicht immer neue Inhalte zur Verfügung stellen. Teilen Sie Beiträge von Kollegen und Gesundheitsinstitutionen, die für Ihre Patienten von Interesse sein könnten. Das baut Vertrauen auf und zeigt potenziellen Patienten, dass Sie sich mit aktuellen Themen, Möglichkeiten und Trends beschäftigen und auf andere eingehen. Zudem ist ein Kollege bestimmt gewillt, einen Ihrer Beiträge zu teilen, wenn Sie zuvor seinen geteilt haben. Dadurch sprechen Sie weitere neue Nutzer an, die Sie sonst vermutlich nicht erreicht hätten.

Soziale Netzwerke und ihre Vorteile

Facebook, Twitter, Google+ und Co. bieten Ihnen Plattformen um Informationen zu teilen und mit Ihren Patienten in einen Dialog zu treten. Höchstwahrscheinlich haben Sie auf Facebook und Google+ schon ein Praxisprofil, dass von Ihren Patienten oder Google angelegt wurde, und das Sie bloß übernehmen müssen. Tun Sie das nicht, können Sie auch nicht beeinflussen, welche Informationen (beispielsweise Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse) hinterlassen wurden. Außerdem können Ihre Patienten auf diesen Profilen Bewertungen und Empfehlungen hinterlassen, die eventuell kritisch sind. Diese können Sie als Inhaber der Profile kommentieren und sie so positiver darstellen oder relativieren.

FB Profil

Screenshot Facebook – Klinik am Wittenbergplatz

Jedes der wichtigsten sozialen Netzwerke hat seine Vorteile: Facebook hat die größte Nutzerzahl, Twitter wird häufig von Journalisten zur Recherche und zum Teilen der Informationen genutzt, Google+ hingegen ermöglicht es Ihnen lokal stark aufzutreten und Ihre Positionierung in den Suchergebnissen der Suchmaschine zu verbessern. Aber auch viele weitere Plattformen könnten für Sie interessant sein und sollte im Auge behalten werden. So erfreut sich beispielsweise Instagram stetig wachsender Beliebheit und bietet interessante Möglichkeiten. Wie bei allen Plattformen ist das aber abhängig von Ihrer Gesamtstrategie und Zielgruppe. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und Dienstleistern darüber, denn oft gibt es Aspekte, die man selbst so nicht in Erwägung zieht, aber eventuell großes Potential haben.

Durch die Nutzung der sozialen Netzwerke ergeben sich für Sie sehr viele Vorteile. Das Vermeiden dieser Netzwerke bedeutet nämlich nicht, dass Sie hier nicht erwähnt werden oder keine Bewertungen und Empfehlungen erhalten. Nutzen Sie diese Netzwerke hingegen, können Sie entscheiden, welche Informationen im Internet über Sie erscheinen, können diese gezielt steuern und sich am Austausch beteiligen.

Was und in welcher Intensität Sie in Sachen Social Media unternehmen, tun Sie es kontinuierlich und nicht unüberlegt. Social Media ist nicht einfach nur ein Trend und bietet unzählige Möglichkeiten mit immensen Erfolgschancen.

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